ÜBER MICH

Berliner Autorin Anne Nattermann, Porträt


Meine erste Geschichte, anno 1988, war ein sechszeiliges Epos in Wachsmalkreide. Ich glaube, es ging um einen Esel ohne Hosen. Es folgten weitere aufwendig illustrierte Abenteuer in einer Gesamtauflage von mindestens zehn, ein unrühmlicher Ausflug ins Comic-Universum und ein obligatorischer Abstecher in Weltschmerzpoesie. 
Auf der Höhe der Pubertät kam die Schaffenskrise, die erst mit Ende 20 beendet war. (Die Pubertät und die Schaffenskrise.) 

Nach der Flucht aus der mecklenburgischen Provinz in die deutsche Bundeshauptstadt und ein paar Jahren unterdurchschnittlich motivierter Arbeit als Grafikerin ließ sich nicht länger leugnen, was Baby-Anne schon wusste, bevor sie überhaupt ihren Wachsmalstift richtig halten konnte. Ich wollte Geschichten erzählen, wollte sie aufschreiben und mit anderen teilen. Also begann ich damit, diesen Geschichten, die sich mittlerweile zu einem nicht länger leugnenden Gewicht in Kopf und Herz angesammelt hatten, den Raum in meinem Leben einzuräumen, nach dem sie verlangten. Bis ich meine Bücher aber einem empfindungsbegabten Publikum guten Gewissens unter die Augen halten konnte, vergingen noch einige Jahre harter Arbeit, in denen sich Manuskripte in meinem ansonsten vorbildlich geführten Haushalt stapelten und langsam zu echten Persönlichkeiten heranwuchsen. Zusammen mit mir. 

Jetzt teile ich meine Geschichten mit euch und hoffe, dass sie euch genauso um den Schlaf bringen wie mich.